Metall richtig polieren – so gelingt die perfekte Metalloberfläche
Ob Edelstahl, Aluminium, Messing, Kupfer oder Stahl: Durch Polieren lassen sich Metalloberflächen deutlich aufwerten. Kratzer, Unebenheiten und Riefen von der Bearbeitung können herausgearbeitet werden, während gleichzeitig eine glatte und glänzende Oberfläche entsteht. Doch Metall richtig zu polieren, erfordert die passende Maschine, geeignete Poliermittel und Erfahrung.
In diesem Blogartikel erfahren Sie, worauf es beim Metallpolieren ankommt, welche Poliermaschinen, Polierscheiben und Polierpasten eingesetzt werden und wie Sie Schritt für Schritt zu einer hochwertigen Oberfläche kommen.
Warum wird Metall poliert?
Beim Polieren geht es nicht immer nur darum metallische Oberflächen zum Glänzen zu bringen. Je nach Anwendung kann das Polieren unterschiedliche Ziele verfolgen:
- Verbesserung der Optik
- Entfernen von Schleif- und Bearbeitungsspuren
- Verringerung der Oberflächenrauheit
- Erzeugung einer gleichmäßigen Oberfläche
- Vorbereitung für weitere Bearbeitungsschritte
- Herstellung einer Hochglanzoberfläche
Besonders bei sichtbaren Bauteilen von hochwertigen Maschinen oder Produkten spielt eine saubere und gleichmäßige Oberfläche eine wichtige Rolle. Dies kann im Maschinenbau, Anlagenbau, Fahrzeugbau, Metallhandwerk, Medizintechnik, Lebensmittelindustrie, Musikinstrumentenbau und in vielen anderen Bereichen gefragt sein.
Metall richtig polieren: Die Vorbereitung
Eine hochwertige Politur beginnt vor dem eigentlichen Polieren. Grobe Kratzer, Riefen oder deutliche Bearbeitungsspuren lassen sich nicht direkt mit einer Polierscheibe entfernen.
Deshalb sollte die Oberfläche zunächst entsprechend vorbereitet werden. Je nach Ausgangsoberfläche des Werkstücks kann ein Schleifvorgang mit unterschiedlichen Körnungen erforderlich sein. Dabei wird von einer groben bis hin zu einer feinen Körnung gearbeitet.
Je gleichmäßiger die Oberfläche vor dem Polieren ist, desto einfacher lässt sich anschließend ein hochwertiges Finish erzielen.
Vor dem Polieren sollte das Werkstück gereinigt und frei von Öl, Fett, Staub und Spänen sein.
Welche Polierscheibe eignet sich für Metall?
Die Wahl der richtigen Polierscheibe hängt sowohl vom Werkstoff als auch von der gewünschten Oberfläche ab. Für unterschiedliche Arbeitsschritte stehen verschiedene Scheiben und Materialien zur Verfügung.
Häufig kommen Baumwollscheiben zum Einsatz. Weichere Polierscheiben, beispielsweise Flanellpolierscheiben, können sich für besonders feine Oberflächenfinishs eignen. Wobei feste Polierscheiben wie beispielsweise aus Sisal sich für das Vorpolieren eignen.
Wichtig ist die Kombination aus folgenden Faktoren:
Poliermaschine + Werkstoff + Polierscheibe + Polierpaste + Drehzahl + Anpressdruck
Eine universell optimale Einstellung gibt es nicht. Aluminium stellt beispielsweise andere Anforderungen als Edelstahl.
Die richtige Polierpaste
Neben der Polierscheibe spielt die Polierpaste eine entscheidende Rolle. Polierpasten unterscheiden sich unter anderem hinsichtlich ihrer Schleifwirkung. Auch gibt es flüssige oder feste Pasten.
Für die Bearbeitung von Metall können je nach gewünschtem Ergebnis unterschiedliche Pasten eingesetzt werden. Während grobe Pasten zum Vorpolieren verwendet werden, kommen feine Pasten zum Hochglanzpolieren zum Einsatz.
Bei empfindlichen oder kritischen Bauteilen sollte die Kombination aus Polierpaste und Polierscheibe immer an einem vergleichbaren Probestück getestet werden.
Metall Schritt für Schritt polieren
- Werkstück reinigen
Das Werkstück sollte frei von Öl, Fett, Spänen oder Staub sein. So wird verhindert, dass der Schmutz während des Polierens erneut ins Material eingearbeitet wird.
- Oberfläche vorbereiten
Entfernen Sie zunächst grobe Unebenheiten oder vorhandene Bearbeitungsspuren. Bei starken Kratzern oder Riefen empfiehlt sich ein vorgeschalteter Schleifprozess. Bei schwachen Unebenheiten empfehlen sich Sisalpolierscheiben.
- Passende Polierscheibe auswählen
Wählen Sie die Polierscheibe entsprechend dem Werkstoff und dem gewünschten Oberflächenergebnis aus.
- Polierscheibe abziehen
Rückstände von Polierstaub und Polierpaste mit einer Bürste oder ähnlichem entfernen. Durch das Abziehen der Polierscheibe kommen neue und saubere Fasern aus der Polierscheibe in den Einsatz.
- Polierpaste auftragen
Die Polierpaste wird gleichmäßig auf die rotierende Polierscheibe aufgetragen. Dabei sollte nicht unnötig viel Paste verwendet werden.
- Gleichmäßig polieren
Führen Sie das Werkstück kontrolliert und möglichst gleichmäßig an der Polierscheibe entlang. Vermeiden Sie es, zu lange auf einer Stelle zu arbeiten. Um das Bauteil möglichst effektiv zu polieren, sollte das Bauteil immer wieder gedreht werden.
- Oberfläche kontrollieren
Kontrollieren Sie regelmäßig das Ergebnis. Bei Bedarf kann anschließend mit einer feineren Polierscheibe und einer feineren Polierpaste nachgearbeitet werden.
Was ist beim Polieren von Edelstahl zu beachten?
Edelstahl polieren gehört zu den häufigsten Anwendungen in der Metallbearbeitung. Bei der Bearbeitung von Edelstahl ist allgemein auf eine saubere Arbeitsweise zu achten.
Verunreinigungen durch andere Metalle können die Oberfläche beeinträchtigen. Deshalb sollten Poliermittel und Arbeitsmittel möglichst passend zum Werkstoff eingesetzt und sauber gehalten werden.
Für eine hochwertige Hochglanzoberfläche ist in vielen Fällen ein mehrstufiger Prozess sinnvoll.
Aluminium, Messing und Kupfer polieren
Auch Aluminium, Messing und Kupfer lassen sich auf Hochglanz polieren. Allerdings unterscheiden sich die Werkstoffe hinsichtlich ihrer Eigenschaften.
Aluminium ist vergleichsweise weich und kann bei zu hohem Anpressdruck schnell verschmiert werden.
Messing und Kupfer lassen sich ebenfalls gut polieren, erfordern jedoch eine passende Kombination aus Polierscheibe, Paste und Arbeitsgeschwindigkeit.
Polieren mit der Poliermaschine
Für einzelne Werkstücke kann das Polieren von Hand oder mit handgeführten Werkzeugen ausreichend sein. Bei regelmäßigem Einsatz oder größeren Stückzahlen bieten sich dagegen professionelle Poliermaschinen an.
Poliermaschinen ermöglichen eine kontrollierte und reproduzierbare Bearbeitung. Hierbei können unterschiedliche Polierscheiben und Werkzeuge eingesetzt werden. Dadurch lassen sich sowohl einfache Polierarbeiten sowie anspruchsvolle Oberflächenbearbeitungen umsetzen.
Dabei gibt es nicht die eine Poliermaschine für alle Anwendungen. Baugröße, ein- oder zweiarmige Poliermaschinen, Scheibendurchmesser, Motorleistung und Drehzahl sollten auf die jeweiligen Werkstücke angepasst sein. Ein wichtiger Aspekt ist die zu bearbeitende Menge an Bauteilen, sprich kommt die Maschine nur sporadisch zum Einsatz oder läuft diese sogar im Schichtbetrieb.
Besonders in der industriellen Metallbearbeitung sind leistungsfähige Poliermaschinen interessant, wenn eine gleichbleibende Oberflächengüte und effiziente Arbeitsabläufe gefragt sind.
Mit unseren Aceti Poliermaschinen können wir auf eine große Auswahl an unterschiedlichen Größen und Ausführungen zurückgreifen und so gezielt auf den Bedarf von unterschiedlichen Anwendungen eingehen.
Freistehende Aceti Poliermaschinen für den professionellen Einsatz
Wenn regelmäßig größere Werkstücke oder höhere Stückzahlen bearbeitet werden, bieten freistehende Poliermaschinen viele Vorteile.
Durch ihre stabile Bauweise und die ergonomische Arbeitshöhe sind Aceti Poliermaschinen für den dauerhaften Einsatz in der metallverarbeitenden Industrie und dem Handwerk bestens geeignet. Je nach Ausführung stehen unterschiedliche Motorleistungen, Polierscheibenabmessungen und Ausstattungsvarianten zur Verfügung.
So können wir mit unserem Aceti Maschinenprogramm den Bedarf von vielen verschiedenen Anwendungen abdecken.
Aceti Poliermaschinen mit Scheiben von 200mm bis 950mm Durchmesser
Je nach Bauteilgröße, zu bearbeitender Menge und sonstigen Kundenanforderungen kommen unterschiedliche Maschinengrößen und Scheibenabmessungen zum Einsatz.
Je größer die Polierscheibe wird, desto mehr Arbeitsfläche hat die Polierscheibe.
Einarmige Poliermaschinen
Einarmige Poliermaschinen sind immer dann ausreichend, wenn eine Polierscheibe für die Anwendung ausreicht. Dies kann beispielsweise für Nacharbeit von einzelnen Bauteilen sein.
Die kompakte Bauart spart Platz und ermöglicht eine gute Zugänglichzeit.
Gängige Modelle sind hier beispielsweise unsere Aceti ART. 66, ART. 74, ART. 173 und ART. 172.
Zweiarmige bzw. Doppel-Poliermaschinen
Bei zweiarmigen bzw. Doppel-Poliermaschinen stehen zwei Arbeitsseiten zur Verfügung. So können beispielsweise unterschiedliche Polierscheiben gleichzeitig auf einer Maschine eingesetzt werden.
Ein typischer Arbeitsablauf kann beispielsweise sein, dass auf einer Seite eine gröbere Scheibe für die Vorpolitur und auf der anderen Seite eine feine Scheibe für Hochglanzpolitur montiert ist.
Dies spart Rüstzeit und macht das Arbeiten anwenderfreundlicher.
Die Aceti Doppel-Poliermaschine ART. 27 zählt zu den meistverkauften Maschinen über das gesamte Aceti Programm. Auch die ART. 46 und ART. 94 sind beliebte Modelle.
Kleine Aceti Poliermaschinen für die Werkbank
Nicht jede Anwendung benötigt eine große freistehende Maschine. Für kleinere Werkstücke und begrenzte Platzverhältnisse bieten sich Tischmaschinen an.
Sie lassen sich direkt auf der Werkbank oder einem geeigneten Arbeitstisch einsetzen und eignen sich besonders für kleine und kompakte Bauteile.
Unsere Tischpoliermaschine von Aceti ist die ART. 132.
Variable Drehzahl durch Frequenzumrichter bzw. Inverter
Standardmäßig sind fast alle unsere Aceti Poliermaschinen mit zwei Drehzahlen ausgerüstet. Für Standardanwendungen, geringe Stückzahlen, Nacharbeit oder Prototypen ist dies meist ausreichend.
Werden die Ansprüche höher oder kommt die Maschine in der Produktion zum Einsatz, empfiehlt es sich die Maschine mit einem Inverter bzw. einem Frequenzumrichter auszustatten. So kann die Drehzahl des Motors stufenlos eingestellt und individuell an die Anwendung angepasst werden.
Das ist insbesondere deshalb interessant, weil unterschiedliche Werkstoffe und Polierarbeiten unterschiedliche Bearbeitungsbedingungen erfordern.
So kann die Drehzahl beispielsweise auf die verwendete Polierscheibe und den zu bearbeitender Werkstoff abgestimmt werden.
Eine stufenlos regelbare Drehzahl erhöht damit die Flexibilität der Poliermaschine und ermöglicht eine bessere Anpassung an die jeweiligen Aufgaben.
Sicherheit beim Metallpolieren
Beim Polieren entstehen Staub und Abrieb. Deshalb sollte auf eine geeignete Absaugung und eine ausreichende persönliche Schutzausrüstung geachtet werden.
Je nach Maschine und Anwendung können unter anderem Schutzbrille, Atemschutz und Gehörschutz erforderlich sein. Außerdem muss sichergestellt sein das der Werker das Bauteil sicher halten kann.
Fazit: Metall richtig polieren
Wer Metall richtig polieren möchte, sollte nicht nur auf eine leistungsfähige Poliermaschine achten. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus sorgfältiger Vorbereitung, geeigneter Polierscheibe und Paste und einer kontrollierten Arbeitsweise.
Ob Edelstahl, Aluminium, Messing, Kupfer oder andere Metalle: Mit dem richtigen Polierverfahren lassen sich hochwertige und gleichmäßige Oberflächen erzielen. Für anspruchsvolle Anwendungen und regelmäßige Bearbeitung vieler Werkstücke bieten professionelle Poliermaschinen eine effiziente Möglichkeit, reproduzierbare Ergebnisse zu erreichen.